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Leserbrief zum Thema Absage der Tanz in den Mai Veranstaltung [13.04.2007]

Ich hoffe nicht, dass der Eindruck entstanden ist, dass die Dinslakener Jugend Schuld daran sei, dass es in der Dinslakener Altstadt keine „Tanz in den Mai“ Veranstaltung mehr geben wird.
So wird im gestrigen Artikel geschrieben, dass hohe Auflagen und das „Kampfsaufen“ von Jugendlichen die IG Altstadt dazu bewegten, das Maifest abzublasen.
Ich will nicht abstreiten, dass es diese Extreme gegeben hat und wahrscheinlich wieder zu erwarten sind. Dabei möchte ich nicht unerwähnt lassen, dass die Altstadt unteranderem auch mit unzähligen zerschmissenen Gläsern gepflastert ist, woran die meisten Erwachsenen nicht ganz unschuldig sind.
Doch mit einer Absage dieses Festes beheben wir das kritisierte Jugendalkoholproblem nicht, sondern verlagern es nur auf andere Örtlichkeiten. Die Jugend ist nur Ausdruck dessen was wir aus dem Volksfest gemacht haben und nicht Schuld an dessen Absage.
Wie kommen denn die Jugendlichen zu solch einem exzessiven Alkoholmissbrauch? Entweder wir haben ihnen den Alkohol beschafft, verkauft oder nicht darauf geachtet, dass es bei einem gemäßigten Konsum bleibt und beschweren uns jetzt darüber was damit passiert ist! Oder wir haben in den letzten Jahren zu sehr auf die Kommerzialisierung geachtet und immer mehr auf die Bewirtschaftung mit Getränken gesetzt und das so in den Vordergrund gestellt, dass Jugendliche mit dem Tanz in den Mai das Saufen verbinden.
Aber das eigentliche am Tanz in den Mai sind doch eigentlich, das Tanzen und Singen am Maibaum. Doch eine große Tanzveranstaltung mit Live-Musik wird es dann um den Maibaum nicht geben, aber Sie sind gerne eingeladen in die anliegenden Kneipen zu gehen. Na herzlichen Glückwunsch, damit haben Sie das Problem ja nachhaltig gelöst. Was kommt als nächstes, die Abschaffung der DIN-Tage, weil sich unsere Jugend nicht mehr benehmen kann?
Ich würde mir ein Maifest wünschen, bei dem die Dinslakener zum Tanzen, Lachen und Singen kommen statt sich zu besaufen. Ich finde bei der Eröffnung der letzten Martinikirmes wurde bereits ein guter Anfang gemacht, indem es keinen Fassanstich gab, doch sind darauf leider keine weiteren Maßnahmen gefolgt. Wo sind denn die Anti-Drogenkampagnen in Dinslaken und die Bekenntnisse dafür, dass wir keinen Alkoholmissbrauch dulden?

Michael Schleupner
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