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Positionspapier: Ausbau des Flughafenlandebahn „Schwarze Heide“ [12.02.2007]
In Gesprächen mit Landrat Dr. Ansgar Müller sowie dem Kreiskämmerer Helmut Schult konnten sich die Dinslakener Jusos einen Einblick verschaffen in die Problematik um den Ausbau der Landebahn am Flughafen „Schwarze Heide“.


I.) Ausgangslage

Der Flugplatz bietet mit seinem Umfeld ( „Extra“, Gastronomie) ca. 130 Menschen Arbeit. Diese wären jedoch akut gefährdet, falls nicht auf die neuen EU-Richtlinien reagiert und als Konsequenz die Landebahn erweitert würde. In einer eher strukturschwachen Region wie dem Kreis Wesel, bzw. dem Ruhrgebietsrand im Allgemeinen, sind Arbeitsplätze in dieser Größenordnung sehr erhaltenswert.

Gleichzeitig jedoch ist die Schwarze Heide Anziehungspunkt für viele Einwohner aus Dinslaken, Hünxe und Bottrop, z.B. für Wanderungen, Radausflüge etc. Bisher war der Flugplatz zwar gerade wegen seiner Kunstflieger Anziehungspunkt, aber maßgeblich gekoppelt an die „grüne Lunge“. Weiterhin ist zu bedenken, dass beispielsweise Dinslaken (aber überhaupt der Kreis Wesel) Zuzugsgebiet ist, wegen seiner guten Verkehranbindung zum Ruhrgebiet (=> Arbeitsplatz vieler Einwohner), vor allem aber wegen der ruhigen Lage und den grünen Gebieten. Dieser Reiz darf nicht verloren gehen, könnte ebenfalls einen Verlust an Identität bedeuten.

Unter Betrachtung dieser Gesichtspunkte war die Meinung unter uns Dinslakener Jungsozialisten nicht eindeutig, sogar sehr schwankend.


II.) Diskussion mit Landrat Dr. Müller

Neben der reinen Erhaltung der 130 bereits bestehenden Arbeitsplätze rund um den Flugplatz „Schwarze Heide“ wurde in Aussicht gestellt, das realistisch ein Zuwachs an Stellen erfolgen wird. Genaue Zahlen wurden nicht unterschriftsreif prognostiziert, allerdings scheint eine Steigerung um 50 Stellen möglich zu sein. Machbar soll dies werden durch die wahrscheinliche Ansiedlung der Pilotenschule einer namhaften Fluggesellschaft sowie durch einen Ausbau der Gastronomie („flugaffines Gewerbe“). In der Diskussion stand eher der wirtschaftliche Gedanke im Vordergrund, sowie die Finanzierung die, je nach Höhe der Anteile, von den Kommunen Dinslaken, Voerde, Hünxe und Bottrop sowie dem Kreis Wesel getragen werden. Konkret kommen auf Dinslaken Kosten in Höhe von ca. 800.000 € zu, welche jedoch in Vorleistung durch den Kreis finanziert werden. Ansgar Müller betonte vor allem die Notwendigkeit der Investition zur Statussicherung. Der Ausbau der Landebahn soll laut Dr. Müller die Zukunftsfähigkeit der Region verstärken, allerdings nicht die Konkurrenz zwischen den Städten schüren.

III.) Diskussion mit Kreiskämmerer Helmut Schult

In einem Gespräch mit Helmut Schult, Kämmerer des Kreis Wesel, wollte die Beteiligten der Juso-Positionsschmiede nähere Informationen über die Planung erhalten. Helmut Schult gab deutlich zu verstehen, dass nach der vorgesehenen Erweiterung der Flugbahn in Zukunft kein weiterer Ausbau geplant sei. Man strebe an der „Schwarzen Heide“ keinen Verkehrsflughafen an (vgl. Weeze, Mülheim), ebenso wenig einen Gewerbepark o.ä., so dass keine Naturflächen berührt werden sollen.


IV.) Fazit:


o Der Juso-Stadtverband Dinslaken befürwortet den vorgesehenen Ausbau. Die vorhandenen 130 Arbeitsplätze sind erhaltenswert, zusätzlich wird Neubeschäftigung ermöglicht.

o Aus ökonomischer Sicht stärkt der Ausbau die harten Standortfaktoren des Kreises, die Verkehrsanbindungen (Wasser => Hafen Emmelsum; Luft => „Schwarze Heide“, KfZ => diverse Autobahnanbindungen) sind gute „Bewerbungsunterlagen“ für ansiedlungsinteressierte Unternehmer.

o Die Ansiedlung von Gewerbeträgern sollte sich beschränken auf das erwähnte „flugaffine“ Gewerbe.

o Der Juso-Stadtverband unterstützt den Ausbau mit der Einschränkung, dass es zukünftig ohne den Druck neuer externer Gesetzesauflagen keine zusätzlichen Erweiterungsstufen hinzu kommen werden.

o Die „Stadt im Grünen“ Dinslaken darf nicht nur ein Werbespruch sein, sondern muss auch weiterhin Priorität in den Planungen der Politik genießen. Zwar wurden unsere Befürchtungen durch die Gespräche mit den politischen Entscheidungsträgern des Kreises eingedämmt, trotzdem wird der Juso-Stadtverband Dinslaken auch in Zukunft besonders die Entwicklungen beobachten.
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